Zeit, Sonne und Magnetkompass-Fehler
Zeit
- Die Luftfahrt rechnet weltweit in UTC (= Z, „Zulu“). MEZ = UTC + 1, MESZ = UTC + 2. 09:00 UTC = 11:00 MESZ.
- Erde dreht 360° in 24 h → 15° Länge = 1 h, 1° = 4 min. Die Sonne steht um 12:00 wahrer Ortszeit im Süden – in Pirmasens (7,6° E) etwa um 11:30 UTC, also 13:30 MESZ.
- Nacht (für Lizenzrechte und Beleuchtungspflicht): zwischen Ende der bürgerlichen Abenddämmerung und Beginn der bürgerlichen Morgendämmerung (Sonne 6° unter dem Horizont) – bei uns ca. 30–40 min nach Sonnenuntergang / vor Sonnenaufgang. Tabellen: AIP GEN 2.7.
- Als LAPL-Inhaber ohne Nachtflugberechtigung musst du vor Beginn der Nacht gelandet sein – plane die Reserve ein.
Magnetkompass: Fehler verstehen
Die Feldlinien zeigen bei uns steil nach unten (Inklination ~65°). Die Kompassrose hängt pendelnd, und jede Beschleunigung kippt sie – das erzeugt zwei Fehler auf der Nordhalbkugel:
- Beschleunigungsfehler – ANDS: auf Ost-/Westkurs zeigt der Kompass beim Beschleunigen eine Drehung nach Nord, beim Verzögern nach Süd, obwohl du geradeaus fliegst.
- Drehfehler – UNOS: beim Eindrehen auf Nord hinkt der Kompass hinterher → früher ausrollen (Undershoot North, ca. 30° vorher). Beim Eindrehen auf Süd eilt er voraus → später ausrollen (Overshoot South). Auf Ost/West kein Drehfehler.
Deshalb: Kompass nur im geraden, unbeschleunigten Horizontalflug ablesen; mit ihm den Kurskreisel (DG) alle 10–15 Minuten nachstellen (der Kreisel driftet durch Erddrehung und Reibung). Vor dem Setzen: Flügel waagerecht, Fahrt konstant.
Deviation kompensieren
Beim „Kompensieren“ (compass swing) wird die Deviation mit kleinen Magneten minimiert; der Rest steht in der Deviationstabelle, typischerweise ±1–3°. Nach Einbau neuer Avionik oder nach Blitzschlag muss neu kompensiert werden.
Verständnis-Check
Drei Fragen zur Lektion. Erst antworten, dann die Erklärung lesen. Danach die Lektion abschließen.