VOR Teil 3: Verfahren – Position, Intercept, Tracking
Jetzt wird das VOR praktisch: Wo bin ich, wie komme ich auf ein Radial, wie bleibe ich drauf?
1. Standlinie bestimmen
2. Standort (Fix)
Eine Standlinie reicht nicht. Zweite Standlinie von einem anderen VOR (idealer Schnittwinkel ~90°) oder DME-Entfernung (Radial + Entfernung = Fix). Alternativ: Radial + Geländemerkmal.
3. Radial abfangen (Intercept)
Beispiel: Du willst inbound auf Radial 090 (Kurs 270, OBS 270, TO). Nadel rechts → du bist südlich der Linie (auf Radial ~095) → Steuerkurs 300–315, bis die Nadel zentriert, dann 270.
4. Tracking (auf der Linie bleiben)
Mit Seitenwind driftest du ab. Nadel wandert → Korrektur 10–20° zur Nadel, nach dem Zentrieren die Hälfte der Korrektur als Vorhaltewinkel stehen lassen. Wandert sie wieder → erneut anpassen (Bracketing). Der Steuerkurs, der die Nadel stehen lässt, ist dein windkorrigierter Steuerkurs – er ist nicht gleich dem OBS-Wert, das ist normal.
5. Stationsüberflug
Nadel wird nervös, Flagge TO → OFF → FROM, DME-Entfernung minimal (zeigt die Höhe). Nach dem Überflug ggf. neues Radial outbound am OBS einstellen.
Technische Fakten (Prüfungswissen)
- Frequenz 108,00–117,95 MHz, VHF → Sichtlinie: Reichweite ≈ 1,23 × √Höhe[ft] NM (3 000 ft ≈ 67 NM).
- Genauigkeit Gesamtsystem ±5° oder besser; 1° Fehler = 1 NM bei 60 NM → nahe an der Station genauer.
- DME: UHF, Schrägentfernung; über der Station = Höhe in NM. VOR/DME oft kolokiert.
- RMI: Nadelspitze = QDM, Schwanz = Radial. HSI: CDI in die Kompassrose integriert, kein Reverse Sensing möglich.
- VOT/Prüfsignal und Kennung-Check gehören zur Vorbereitung; bei Wartung wird die Kennung abgeschaltet.
Verständnis-Check
Drei Fragen zur Lektion. Erst antworten, dann die Erklärung lesen. Danach die Lektion abschließen.